Unsere Top 3 Fragen zum Thema "Nachhaltigkeit und Regionalität" in Plauen

 „Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht!“ (Marie von Ebner – Eschenbach)

…das klingt leichter, als es ist! Natürlich ist sich nahezu jeder von uns darüber im Klaren, dass Umweltschutz und ökologischer Fußabdruck Themen sind, die uns alle angehen. Und dennoch ist es in der heutigen Zeit eine Herausforderung, sich unserer Erde gegenüber möglichst fair zu verhalten.

Wer ist nicht auf sein Auto angewiesen, um den 200 km entfernten Geschäftstermin spontan wahrnehmen zu können? Wer verzichtet nicht aus Zeitmangel einmal auf die lange Planung des Wocheneinkaufs, um regional und bewusst zu shoppen? Und wessen Lebensmittel landen ausnahmslos im Magen, statt im Müll?

Ihr seht, diese Beispiele lassen sich sicherlich bis ins Unendliche fortführen und können die unterschiedlichsten Bereiche unseres Alltags aufgreifen. Dennoch haben sie alle eins gemeinsam: Sie zeigen, dass wir Menschen uns das Leben gern so leicht wie möglich machen. Und sind wir mal ehrlich mit uns selbst: Wer hat nicht auch schon mindestens einmal gedacht „Ach, auf die eine Plastiktüte kommt es jetzt auch nicht an.“

Genau um diese Problematik soll sich nun unser aktueller Blogbeitrag drehen.

Bewusste Ernährung oder „Essen, was auf den Tisch kommt“?

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, wie die Plauenerinnen und Plauener zu diesem Thema stehen, haben wir auf Social Media erneut eine Umfrage gestartet.

Sie hat uns gezeigt, dass 76% der Teilnehmer weder Veganer noch Vegetarier sind und die 24%, welche nach einem dieser beiden Konzepte leben, lassen sich keinem bestimmten „Hauptgrund“ zuordnen, welcher sie zu einer Ernährungsumstellung bewogen hat. Von einer Entscheidung der eigenen Gesundheit zuliebe, über eine Entscheidung zugunsten der Umwelt oder den Tieren bis hin zu der Angabe, sich keiner dieser Kategorien anzuschließen, war alles dabei.

Sicherlich lässt sich hierzu auch keine allgemeingültige Aussage treffen, denn dies ist ein Thema, zu welchem sich die Geister scheiden und große Uneinigkeit herrscht. Der Beitrag soll natürlich auch nicht dazu dienen, einen bestimmten Weg als den „Richtigen“ darzustellen, denn letztlich sollte selbstverständlich jeder für sich entscheiden, wie er/ sie leben möchte.

Aber wusstet Ihr, dass allein in Deutschland jährlich ca. 58 Millionen Schweine, 630 Millionen Hühner und weit über 3 Millionen Rinder getötet werden? (Quelle: Peta.de)

Das sind Zahlen, die für jeden Menschen ein Denkanstoß sein sollten, denn die Verantwortung dafür tragen wir ein stückweit alle. Oder was meint Ihr dazu? Schreibt es uns gern in die Kommentare!

Aber sprechen wir doch einmal über etwas Anderes: Sind denn tierische Produkte wirklich wichtig für unseren Körper? Kann auch eine streng vegane Ernährung gesund sein und uns alle Nährstoffe liefern, die wir brauchen?

Diese und viele weitere Fragen beschäftigen natürlich einige von uns. Mit unserer Veranstaltung #SpitzenGenuss greifen wir jährlich unter anderem das Thema „Gesunde Ernährung“ auf. Im Jahr 2018 gab es zum Beispiel, neben einem Ernährungsparcours der Verbraucherzentrale Sachsen, auch einen Ernährungstag mit entsprechender Beratung vom Helios Vogtlandklinikum Plauen. Im Folgejahr wurde diese Thematik mit Vorträgen zum Fasten oder zu „Food-Trends“ sowie mit der Ausstellung „Nachhaltige Ernährung“ aufgegriffen.

Und auch in der diesjährigen Ausgabe von SpitzenGenuss wurde sich wieder intensiv mit der Ernährung auseinandergesetzt. In einem spannenden Vortrag verdeutlichte Petra Grabner, dass es kein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“ in der Ernährung gibt. Da jeder Mensch individuelle Bedürfnisse hat, müssen diese auch  mit einem auf ihn abgestimmten Ernährungsplan befriedigt werden.

Lebensmittel vom Bauer nebenan oder von der nächsten Supermarktkette?

…auch mit diesem Thema haben wir uns in unserer Umfrage bei Social Media beschäftigt und herausgefunden, dass ein deutlicher Großteil der Menschen bereit ist, für umwelt- und tierfreundliche Produkte mehr Geld auszugeben. Außerdem gaben ebenso viele Umfrageteilnehmer an, dass sie bereits bewusst einkaufen und darauf achten, woher die Produkte kommen.

Doch jeder weiß natürlich auch, dass es fast unmöglich erscheint, in einem normalen Supermarkt an rein natürliche und regionale Produkte zu kommen. Die Angebote halten sich meist in Grenzen und „regional“ ist außerdem ein dehnbarer Begriff.

Was können wir den Plauenerinnen und Plauenern also empfehlen?

Die Antwort hierzu finden wir beispielweise auch im Rückblick auf unseren #SpitzenGenuss:

Im Rahmen dessen haben wir einen großen #MarktPlatz veranstaltet, der regionale Händler und Direktvermarkter gebündelt hat. Von frischem Apfelsaft des Pfaffenguts Plauen bis hin zu dem Obst- und Gemüseangebot des Regionalverbandes Vogtländischer Kleingärtner e.V., Käse der Hofkäserei Linda und Honig des  Imkervereins Plauen e.V. war alles dabei!

Wenn Ihr also aus Plauen und Umgebung kommt, dann nehmt solche Möglichkeiten doch gern in Anspruch! Und für alle, die unseren SpitzenGenuss-Markt leider verpasst haben oder einfach regelmäßig frisch und regional einkaufen wollen, gibt es die Plauener Wochenmärkte. Mittwochs und donnerstags ab 8.00 Uhr gibt es auf dem Altmarkt viele tolle Angebote, bei denen sicherlich für jeden etwas dabei ist.

Und selbstverständlich stehen Euch oben genannte Institutionen auch außerhalb unseres Marktes zur Verfügung und Ihr könnt vor Ort bei Ihnen einkaufen!

Habt ihr Euch eigentlich auch schon einmal überlegt bestimmte Lebensmittel einfach selbst anzubauen? Natürlich gibt es jetzt sicherlich einige unter unseren Lesern, die  sagen „Wie soll ich das machen? Ich habe doch nur eine Stadtwohnung…“

Kein Problem! Dafür gibt es ja die tollen Kleingartenanlagen, in welchen jeder zum Gärtner werden darf! Informiert Euch doch einfach einmal beim Regionalverband Vogtländischer Kleingärtner e.V. unter https://www.rvk-plauen.de/.

Außerdem möchten wir Euch an dieser Stelle noch eine Empfehlung aussprechen, denn ab dem 22.10.2020 startet die neue Marktschwärmerei des Vogtlandes. Hierbei handelt es sich um eine Online – Plattform zum Einkaufen regionaler Lebensmittel. Die Kunden können Produkte online bestellen und bezahlen und daraufhin beim Regionalmarkt eines Gastgebers abzuholen.

Bei den Gastgebern treffen sich Erzeuger und Verbraucher zur Übergabe der Bestellung, zum Kennenlernen und zum Gespräch.

Ihr dürft uns natürlich auch gern weitere regionale Initiativen in die Kommentare schreiben, die zu diesem Thema passen! Generell interessiert uns Eure Meinung zu diesen Themen sehr: Kauft Ihr regional ein? Habt Ihr schon einmal unseren Wochenmarkt besucht oder baut Ihr tatsächlich selbst einige Lebensmittel an? Erzählt es uns!

Um Euch aber auch noch einen heißen Tipp unsererseits mit auf den Weg zu geben, haben wir Folgendes für Euch: Die „Regiokiste“ – habt ihr davon schon gehört? Nein? … Dann aufgepasst!

Anne Häßelbarth (Direktvermarkterin & Vorstand der EVG Gera- Greiz) berichtete in ihrem SpitzenGenuss-Vortrag in diesem Jahr über die Entstehung der Idee zur „Regiokiste“: Zielsetzung ist, dass Kunden mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln aus der Region versorgt werden und dabei auch die heimischen Landwirte, Viehzüchter und Verarbeitungsbetriebe bei der Vermarktung ihrer Erzeugnisse Unterstützung finden.

Da viele angebotene Waren, vor allem Eier, Fleisch, Brot, Käse sowie Obst und Gemüse aus der näheren Umgebung stammen, ist für kurze und umweltschonende Transportwege gesorgt und kleinbäuerlich wirtschaftende Erzeuger haben langfristige Absatzsicherheit.

Für die Kunden soll gewährleistet sein, dass es nicht nötig ist von Hof zu Hof zu fahren, um regionale Lebensmittel zu erwerben. Somit wird hier die Möglichkeit geboten, sich online einen Einkaufskorb zusammenzustellen und diesen dann direkt an die Wohnungstür geliefert zu bekommen. – die „Regiokiste“ sozusagen!

Wir finden dieses Geschäftsmodell wirklich toll und stellen Euch deshalb nachfolgenden Link bereit, um direkt loszulegen:

https://oekomarktgemeinschaft.de/bestellen

Und psssst.... an alle, die sich gerade denken „Ich weiß leider überhaupt nicht, was ich mit diesen Lebensmitteln dann kochen soll…“ – Kopf hoch! Zu Eurer Regiokiste gibt es die passenden Rezepte direkt mit dazu! TOLL!

 „Geht es so oder brauchen Sie einen Beutel?“

…eine Frage, die wir alle kennen und wahrscheinlich ist für die Mehrheit von uns gesprochen, wenn man sagt „Es geht eben nicht immer so – ich hätte gern einen Beutel“. Somit sind wir bei einer weiteren Problematik angelangt, welche sich uns hinsichtlich des Umgangs mit Verpackungsmaterialien und dem daraus entstehenden Müll bietet. Unsere Umfrage zeigte, dass sich bereits die Mehrheit der Menschen dazu angehalten fühlt, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Jedoch gelingt das natürlich häufig nicht ohne weiteres. Grund hierfür ist unter anderem auch die Lebensmittelindustrie und die damit verbundenen Verpackungen.

Um dieses Problem ein stückweit einzudämmen, gibt es mittlerweile sogenannte „unverpackt“–Läden, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, Lebensmittel nachhaltig und ohne Verpackungsmüll an den Endverbraucher zu verkaufen. Die Kunden können selbst mitgebrachte Behältnisse verwenden und diese jeweils befüllen. In Plauen gibt es zum derzeitigen Zeitpunkt noch keinen „unverpackt“-Laden, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Wir würden uns freuen! Wie seht Ihr das? Würdet Ihr einen solchen Laden in Anspruch nehmen?

Eine weitere Möglichkeit, wie jeder von uns ein wenig Müll reduzieren kann, ist die Verwendung von Mehrweg-Kaffeebechern (möglich zum Beispiel in der Neuen Kaffeerösterei) oder mitgebrachte Dosen an der Wurst- und Käsetheke. Wickelt vielleicht auch Euer Frühstücksbrot nicht immer in Alu- oder Frischhaltefolie ein, sondern verwendet wiederverwendbare Behältnisse und ebenso könnt Ihr bei Eurem nächsten Einkauf ja auf die staatlich zertifizierten Gütesiegel achten, welche die entsprechenden Lebensmittel kennzeichnen.

Und um auch neben dem Lebensmittelbereich umweltbewusster zu leben, könnt Ihr ja zudem einmal darüber nachdenken, ob Euch vielleicht auch die Plauener Straßenbahn an den gewünschten Zielort bringen kann, sodass Ihr das Auto stehen lassen könnt!

Und in unserer heutigen Gesellschaft ist wahrscheinlich auch ein weiterer Aspekt von oberster Priorität, welchen wir unseren Lesern hier gern mit auf den Weg geben wollen: Lernt zu reparieren und seid kreativ und schmeißt nicht alles sofort weg! – das kann doch sogar auch Spaß machen! #recycling #upcycling

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass es noch ein langer Weg ist, bis wir uns eine annähernd faire und umweltfreundliche Lebensweise angeeignet haben. Viele Dinge im Alltag lassen sich meist einfach nicht vermeiden oder uns fehlt –ehrlicherweise- die nötige Disziplin.

Doch vielleicht nimmt sich die/der ein oder andere LeserIn den Rat zu Herzen, die individuellen Bedürfnisse einmal zu hinterfragen. Jeder einzelne, der sich bewusst dazu entscheidet, mit unseren Ressourcen bewusster umzugehen, hilft die Gesamtsituation ein stückweit zu verbessern.

Wer mehr über diese Themen erfahren möchte und vielleicht auch einmal den Austausch mit Gleichgesinnten und Experten sucht, der sollte auf keinen Fall die nächste Auflage von #SpitzenGenuss 2021 verpassen!

Wir freuen uns schon auf Euch!

Hier noch ein paar Impressionen der diesjährigen Veranstaltungen im Rahmen von SpitzenGenuss:

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